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Kein Frühling ohne Pollen

Fachkommentar: Mag. pharm. Gabriele Müller

Jedes Jahr das gleiche Lied. Was Naturliebhaber freut, ist für den Pollenallergiker eine schlimme Zeit.

Jedes Jahr das gleiche Lied. Was Naturliebhaber freut, ist für den Pollenallergiker eine schlimme Zeit. Heuschnupfen wird durch winzigste Blütenpollen von Bäumen, Gräsern, Getreide oder Kräutern ausgelöst.

Durch eine Überreaktion des Immunsystems kommt es zu den TYPISCHEN SYMPTOMEN wie:

  • rinnende oder verstopfte Nase, wird oft mit einer normalen Erkältung verwechselt
  • rote, tränende Augen mit Juckreiz und Fremdkörpergefühl, Bindehautentzündung
  • juckende, geschwollene Schleimhäute auch im Rachen
  • Atembeschwerden und/oder Asthma
  • allgemeine Müdigkeit und Schlappheit

Als Begleitsymptom findet sich oft eine wunde Nase durch das häufige Naseputzen. Die Nasenschleimhaut kann durch die Entzündung ziemlich anschwellen und so die Atmung behindern.

WIE ENTSTEHT EINE (POLLEN) ALLERGIE?

Kommen an sich harmlose Stoffe, wie etwa Blütenstaub mit unseren Schleimhäuten in Augen, Mund und Nase in Berührung, lösen diese bei Allergikern Entzündungsreaktionen aus. Unser Abwehrsystem bekämpft diese „Angreifer“ als wären sie gefährlich. Dies passiert allerdings nur nach einem vorher erfolgten Erstkontakt. Bei diesem ersten Kennenlernen entscheidet sich unsere Immunabwehr, ob der Fremdkörper als Freund oder Feind zu werten ist. Wird er als „feindlich“ eingestuft und vorgemerkt, bildet das Immunsystem so genannte Antikörper gegen dieses Allergen, um es beim nächsten Kontakt gezielt bekämpfen zu können. Dann (dazu reichen kleinste Mengen) werden mit Hilfe dieser Antikörper aus den Mastzellen unseres Körpers entzündungsauslösende Botenstoffe wie z.B. das Histamin ausgeschüttet. Im Falle unserer Pflanzenpollen nennt man das allergische Rhinitis oder umgangssprachlich Heuschnupfen.

Neben den Pollen können auch Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Lebensmittel, Duftstoffe, Farbstoffe und vieles mehr allergische Reaktionen auslösen. Deswegen sollten Betroffene durch einen Allergietest beim Facharzt abklären lassen, welches Allergen der Auslöser ist. So kann man dieses gezielt meiden. Unbehandelt kann sich im Laufe der Jahre aus einer leichten Allergie chronisches Asthma entwickeln. Deshalb ist eine Therapie unbedingt erforderlich.

pollenallergie
Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) – sowohl die Pollen, als auch der Hautkontakt mit der Pflanze können beim Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen.

WELCHE POLLEN SIND VERANTWORTLICH?

Manche Pollenarten lösen häufiger Allergien aus als andere. Hier ein paar Beispiele:

  • Bäume: Hasel, Erle, Birke, Buche, Esche, Linde, Ulme, Ahorn, Fichte, Kiefer
  • Gräser: Rispengras, Wiesenlieschengras, Ruchgras, Lolchgras
  • Getreide: Roggen, Flughafer, Glatthafer, Weizen oder Gerste
  • Kräuter: Sauerampfer, Beifuß, Spitzwegerich oder Ambrosia (Ragweed) oft gepaart mit einer allergischen Reaktion auf bestimmte Gewürze wie Anis, Curry, Sellerie, Senf uvm.

Der Heuschnupfen tritt also durch den Flug des Blütenstaubes saisonal auf. Zuerst blühen die Bäume, dann die Gräser und erst später die Kräuter. Man teilt die Pflanzen deshalb in Früh-, Mittel- oder Spätblüher ein. Ein Pollenflugkalender und/oder der Pollenwarndienst helfen den Betroffenen, sich auf die kommende Belastung einzustellen.

PRAKTISCHE TIPPS FÜR HEUSCHNUPFENGEPLAGTE BEI POLLENFLUG:

  • Halten sie sich so wenig wie möglich im Freien auf und treiben sie vor allem keinen Sport draußen. Dies gilt besonders an trockenen und windigen Tagen.
  • Richtig Lüften: Die geringste Pollenkonzentration herrscht in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr morgens und auf dem Land zwischen 19 bis 24 Uhr. Lüften sie nur in dieser Zeit, so halten Sie viele Pollen draußen.
  • Waschen sie ihre Haare vor dem Zubettgehen, denn diese sind gute Pollenfänger.
  • Getragene, pollenbelastete Kleidung bitte nie im Schlafzimmer aufbewahren.
  • Gewaschene Wäsche nicht im Freien trocknen.
  • Staubsauger mit Pollenfilter verwenden.
  • Bei der Autobelüftung bzw. Klimaanlage einen Pollenfilter einbauen und diesen regelmäßig austauschen. Das Gleiche gilt für Klimaanlagen in geschlossenen Räumen.
  • Juckende Augen nicht reiben. Durch den Druck beim Reiben wird weiteres Histamin freigesetzt und der Juckreiz verstärkt.
  • Pflege und Spülung der Nasen- und Augenschleimhäute mit geeigneten Lösungen (zum Beispiel isotonische Kochsalzlösung).
  • Augen- und Nasensalben mit heilenden Substanzen wie z.B. Dexpanthenol können auch bei Heuschnupfen sinnvoll sein. Denn dieser Wirkstoff unterstützt die Regeneration der wunden, trocken-rissigen Nasenschleimhaut. Außerdem verringert die Salbenschicht auf der Schleimhaut den Kontakt mit den Pollen. Die Salbe wirkt also wie ein richtiger Schutzschild und reduziert so die Belastung der Nasenschleimhaut und somit auch die Beschwerden.

 

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