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Bewährte Anwendungen als sanfte Medizin.

Hausmittel gegen Entzündungen

Fachkommentar: Mag. Pharm. Adelheid Tazreiter

Eine Entzündung hat jeder einmal, meist mehrmals im Leben.

Es handelt sich um eine körpereigene Abwehr-Reaktion auf schädliche Reize zum Schutze unseres Organismus. Ist unser Immunsystem stark und kann den Erreger schnell zerstören, bemerken wir von dieser Reaktion vielleicht gar nichts. Andernfalls werden wir krank.

AKUTE ENTZÜNDUNG

Erkältungsviren beispielsweise führen zu einer Entzündung der Schleimhäute von Nase, Hals und Rachen, die zu Schwellung und Schmerzen führt. Damit sollen die Viren davon abgehalten werden, weiter in uns einzudringen.
Gelangt ein Holzsplitter in unseren Finger muss er schnell entfernt werden, da sonst ein Entzündungsprozess abläuft, durch den der Finger heiß und rot wird und schließlich eitert. Unser Immunsystem versucht auf diese Weise den Splitter aus dem Finger zu bekommen, um das umliegende Gewebe zu schützen.

Entzündungen

TYPISCHE ZEICHEN einer akuten Entzündung:

  • Wärme
  • Rötung
  • Schwellung
  • Schmerzen

Verschwinden die Symptome nach ein paar Tagen nicht oder werden Sie fiebrig, sollten Sie einen Arzt aufsuchen!

Schwieriger zu behandeln sind CHRONISCHE ENTZÜNDUNGEN.

Da diese Form einer Entzündung oft lange unbemerkt verläuft, ist sie auch besonders gefährlich, denn die Schädigung des umliegenden Gewebes schreitet manchmal jahrelang still und heimlich fort und mündet nicht selten in einer chronischen Erkrankung. Ohne, dass wir etwas spüren, arbeiten unsere Abwehrkräfte im Dauereinsatz und sind mit der Zeit überfordert. Erste Symptome sind Müdigkeit und auch Kopfschmerzen, häufige Infekte oder Verdauungsbeschwerden, die man nicht gleich richtig zuordnen kann, weil sie ja auch diverse harmlose Ursachen haben können. Bis daher ein Arzt die richtige Diagnose stellt, vergeht für gewöhnlich auch wieder einige Zeit.

akute Entzündung
Bei einer akuten Entzündung im Gelenk kann ein kühlender Umschlag Linderung schaffen.

Typische chronisch-entzündliche Erkrankungen sind zum Beispiel:

  • Multiple Sklerose
  • Arthritis
  • Rheuma
  • Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulzerosa
  • Durch Arthrose (Verschleiß) entstehende Entzündungen in den Gelenken
  • Hauterkrankungen wie akute Ekzeme, Neurodermitis u.a.
  • u.a

Diese Krankheiten nehmen rasch zu, was unter anderem auf unseren Lebensstil zurückzuführen ist.

FOLGENDE FAKTOREN fördern entzündliche Prozesse:

  • Stress
  • Alkohol und Rauchen
  • falsche Ernährung (!) mit viel Zucker, Fett, Weißmehl, Fleisch, allergieauslösende Lebensmittel (zB. Gluten, Kuhmilch, Nüsse etc.)
  • übergangene Infekte
  • Schlafmangel
  • Schwermetalle und Weichmacher (in Kunststoffen)

Abgesehen von ärztlichen Therapien und möglicherweise notwendigen Medikamenten können Sie selbst einiges beitragen um ENTZÜNDUNGEN ENTGEGENZUWIRKEN:

#1 ERNÄHRUNG

Eine Reihe von so genannten „Superfoods“ (Lebensmittel mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen) wirken antientzündlich, schützen vor zellschädigenden freien Radikalen und unterstützen das Immunsystem. Sie sollten möglichst oft am Speiseplan stehen:

  • Kurkuma-Tipp: Kurkuma sollte in Kombi-präparaten mit Piperin (Inhaltsstoff des Pfeffers) eingenommen werden, um die Aufnahme zu verbessern.
  • Ingwer: Es gibt Studien, die dem Ingwer eine ähnliche Wirkung bescheinigen wie die entzündungs- und schmerzhemmenden nichtsteroidalen Antirheumatika (Ibuprofen, Acetysalicylsäure u.a.).
  • Knoblauch und Zwiebel:
    wirken antibakteriell.
  • Heidelbeeren und Aroniabeeren:
    enthalten Antioxidantien, die schädliche freie Radikale abfangen.
  • Rucola, Kresse, Radieschen und Meerrettich: die enthaltenen Senfölglykoside wirken antientzündlich.
  • grünes Blattgemüse (Grünkohl, Spinat, Mangold etc.): enthält Chlorophyll, das die Leber beim Ausleiten von Schwermetallen und Umweltgiften unterstützt.
  • Probiotika wie Joghurt, Sauerkraut, Topfen oder auch Bifidobakterien sollen die Besiedelung des Darmes mit „schlechten“ Darmbakterien verhindern und dadurch Entzündungen entgegenwirken.

#2 BEWÄHRTE HAUSMITTEL

SCHMERZENDE GELENKE

Reisgefüllte Socken
Eine Baumwollsocke mit rohem Reis füllen und gut verschließen. 2 – 3 Minuten bei höchster Stufe in die Mikrowelle legen. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Sobald sie angenehm warm ist, die Socke auf das betroffene Gelenk legen. Dort wärmt sie etwa 1/2 Stunde und wirkt schmerzlindernd. Der Zusatz einiger Tropfen Lavendelöl unterstützt die Wirkung.

Achtung
Ist die akute Entzündung im Gelenk zu stark ausgeprägt, ist Hitze zumeist kontraproduktiv. Dann ist ein kühlendes Gel oder ein Umschlag (zB. mit Menthol und etwas Alkohol) besser wirksam.

Schmerzstillende Kräuterlotion
Etwas Cayennepfeffer, Rosmarin oder Thymian mit 1/2 Tasse Oliven- oder Pflanzenöl verrühren und als wärmende Gelenklotion verwenden. Achtung: Überreaktion der Haut auf Cayennepfeffer möglich! Hinweis: nicht auf die Schleimhäute bringen (besonders der Augen)! Tut die Wärme nicht gut, sofort beenden!

Kamillenwickel
Kamillentee wirkt entzündungshemmend und hilft auch gegen Arthritisschmerzen. Überbrühen Sie 4 Beutel Kamillentee in einer Tasse mit heißem Wasser. Abdecken und 20 Minuten ziehen lassen. Tauchen Sie ein Tuch in den Tee und wickeln Sie es um das schmerzende Gelenk. Achtung: Personen mit einer Korbblütlerallergie können auf Kamille allergisch reagieren. Wenn Ihnen die Wärme Unwohlsein bereitet, nehmen Sie die Wickel sofort ab.

ENTZÜNDLICHES EKZEM DER HAUT

Kamillen-Salbe (zB. bei akuter Neurodermitis)
8g Kamillenfluidextrakt mit 42g Zinksalbe gut verrühren und auf die Haut auftragen. Erst nach ca. 30 min. abwaschen. Die beiden Bestandteile erhalten Sie in der Apotheke.

Eichenrinden-Umschlag
(bei akut nässendem Ekzem). 1 Esslöffel
Eichenrinde auf 1 Liter kaltes Wasser, erhitzen und 10 min kochen (wichtig!). Auskühlen lassen bis lauwarm. Baumwolltuch damit tränken und mehrmals täglich einen Umschlag machen. Trocknet aus und mindert den Juckreiz.

Hinweis
Ein Eichenrinden-Bad hilft auch gut bei Hämorrhoiden!

ENTZÜNDUNGEN IM MUNDBEREICH

Gurgellösung mit Rosmarin, Minze und Myrrhe
2 Teelöffel Rosmarin, 2 Teelöffel Minze in ½ Liter kochendes Wasser geben und 10 min ziehen lassen. Dann abseihen und abkühlen lassen. Zum Schluss 1 Teelöffel Myrrhentinktur (gibt’s in der Apotheke) zufügen, schütteln und in eine dunkle Glasflasche füllen. 2 – 3 Mal täglich anwenden.

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