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Zecken: unsichtbare Gefahr im Gras

Warme Winter führen dazu, dass Zecken mittlerweile das ganze Jahr über aktiv bleiben und auch ihre Eier unbeschadet überleben können.

Damit nimmt die Gefahr eines Zeckenbisses bereits Anfang des Jahres zu. Die kleinen Spinnentiere sind deshalb nicht ganz ungefährlich, weil sie Infektionen wie die bakterielle Borreliose und die virale Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) übertragen können.

ÖSTERREICH IST FSME-LAND

Deshalb sollte sich jeder impfen lassen – besonders die Kinder. Doch die Impfrate bei den Kindern sinkt aufgrund von Unsicherheiten und Ängsten der Eltern besorgniserregend. Das nationale Impfgremium empfiehlt die Zeckenschutzimpfung jedoch bereits ausdrücklich ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Für Kinder gibt es spezielle Junior-Impfstoffe.

Da gerade Kinder gerne im Freien herumtollen, sind sie besonders gefährdet. Denn im Gras und in Büschen bis zur Höhe von ca. 1,5m lauern die Zecken. Sie werden durch Berührung abgestreift.

Bei Aktivitäten im hohen Gras ist Vorsicht geboten, da gerade dort die Zecken lauern.

Jedenfalls sollten nach dem Aufenthalt in Wald und Wiese die Kleider und die Haut sorgfältig abgesucht und eventuell vorhandene Zecken so schnell wie möglich fachgerecht (z.B. mit einer geeigneten Zange gegen den Uhrzeigersinn drehend) entfernt werden, da das Infektionsrisiko mit der Saugdauer steigt. Neben der FSME können auch andere Krankheiten durch Zecken übertragen werden wie etwa die Borreliose und – sehr selten – Anaplasmose, Schildzecken-Rückfallfieber-Borreliose durch B. miyamotoi, Neoehrlichiose, Rickettsiose oder Babesiose.

WAS IST FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und/oder des Zentralnervensystems führen kann. Im schlimmsten Fall verläuft sie sogar tödlich.

Achtung
Eine Therapiemöglichkeit gibt es nicht. Die vorbeugende Impfung ist der einzige Schutz. Bis Sommer gibt es, wie jedes Jahr, den FSME-Impfstoff zum Aktionspreis!

Die Impfung ist abgesehen von kleineren Hautreaktionen an der Einstichstelle, selten Kopf- oder Muskelschmerzen und bei Kindern eventuell leichtem Fieber im Allgemeinen gut verträglich.

Gut zu wissen
Echte Impfkomplikationen sind extrem selten!

WIE KANN MAN SICH SCHÜTZEN?

Insektenabwehrmittel (=Repellents) halten Zecken zwar auf Abstand, schützen jedoch nicht vor einer Infektion, sollte es trotzdem zum Biss kommen.

Man kennt im Prinzip drei Subtypen des FSME-Virus (fernöstlicher, europäischer, sibirischer Subtyp). Die in Österreich erhältlichen Tot-Impfstoffe schützen nach der Grundimmunisierung bestehend aus drei Teilimpfungen 99% der Geimpften vor allen bekannten FSME-Arten.

WO KANN MAN SICH IMPFEN LASSEN?

  • beim Hausarzt/Hausärztin
  • in der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat beim Amtsarzt.
  • Schulen, größere Betriebe, Gemeinden, Krankenkassen bieten häufig
    Impfaktionen an.

Eine Auffrischung der Zeckenimpfung wird nach Grundimmunisierung alle fünf Jahre empfohlen.

Impfschemen mit den zwei erhältlichen Impfstoffen FSME-Immun und Encepur:

GRUNDIMMUNISIERUNG

FSME-Immun
Drei Dosen; Zweite Dosis nach 1-2 Monaten, Dritte Dosis 5-12 Monate nach der zweiten Dosis.

Encepur
Drei Dosen: Zweite Dosis nach 1-3 Monaten, Dritte Dosis 9-12 Monate nach der zweiten Dosis.

Auffrischungsimpfungen

Erste Auffrischung drei Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung. Danach bis zum vollendeten 60. Lebensjahr alle fünf Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle drei Jahre.

Bei Versäumnis einer Impfung

bzw. längeren Impfabständen wird nach zwei oder mehr Teilimpfungen diese Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt, die Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden.

Für schnelleren Schutzbedarf kann auch nach einem „Schnellimpfschema“ geimpft werden.

Wichtig
Erst nach der 2. Teilimpfung ist man zu 90% vor FSME geschützt.

Werden Ungeimpfte von einer infizierten Zecke gebissen, bietet eine nachträgliche Impfung hier keinen Schutz mehr. Jedoch kann vier Wochen nach dem Biss die FSME-Impfung durchgeführt werden, um zukünftig zu schützen.

Erleidet man vor der erreichten Grundimmunisierung (drei Impfdosen) einen Zeckenbiss, muss das Impfschema abgewandelt werden. Bitte den Arzt fragen.

Wichtig
Die FSME-Impfung bietet ausschließlich Schutz vor der FSME, nicht vor den anderen durch Zecken übertragbaren Krankheiten.

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