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Raus aus der Stadt!

Sommerfrische

Fachkommentar: Mag. pharm. Adelheid Tazreiter

Franzl und Sisi waren wohl die ersten bekannten Sommerfrischler.

Dem Kaiserpaar beliebte es, die heiße Jahreszeit inmitten der wunderschönen Natur rund um Bad Ischl zu genießen und Erholung zu tanken. Viele Adelige und später dann reichgewordene Geschäftsleute folgten ihnen und machten mit den Jahren das Salzkammergut zur attraktivsten Sommerdestination der Oberschicht. Doch auch die einfachen Bürger wollten raus aufs Land und so boten schließlich Gasthäuser und Posthöfe Übernachtungen in einfachem Stil an.

Und dann kam das Auto – immer schneller und mit immer größerer Reichweite ließ es das Inland links liegen und beförderte uns an die Adria – Strände und Küstenabschnitte der nächstgelegenen Mittelmeerländer. Das prickelnde Meer und das südliche Flair waren (und sind) ein besonderes Erlebnis, mit dem Österreich nicht mithalten konnte. Doch Autos wollen gefahren werden, was bei längeren Strecken anstrengend war. Wie gut, dass die Flugzeughersteller die Zeichen der Zeit erkannten und in große Reiseflieger investierten. Anfangs noch teuer und nur für Betuchte erschwinglich, gab es den Flug zur Urlaubsdestination in den letzten Jahren zu Dumpingpreisen, die das schlechte Gewissen gegenüber der Umwelt schnell verstummen ließen. Die heißersehnte „Sommerfrische“ der meisten Österreicher spielte sich im sonnigen Ausland ab. Dafür schätzten viele Deutsche unser Land für die herrliche Natur, das gute Essen und die Gemütlichkeit.

Doch dann begann die Klimakrise und das Sommerleben in der Stadt wurde zur echten Challenge – zumal die meisten ja nur 2 oder maximal 3 Wochen auf Urlaub gehen können. Die Anzahl der Hitzetage (> 30° Grad) und Tropennächte (keine Abkühlung < 20° Grad) nahmen (und nehmen) in Wien rasch zu. Arbeiten und Schlafen wurden in den letzten Jahren ohne Klimaanlage für den Organismus zur Herkulesaufgabe, die ohne ausreichend zu trinken und Elektrolyte zuzuführen in Hitzekrampf, Hitzeerschöpfung oder sogar Hitzekollaps münden konnte (und kann).

Findige Tourismus-Manager machten aus der Notlage der Städter eine Tugend. Sie erinnerten sich an die gute alte Zeit der Sommerfrische und belebten den Tourismus in den umliegenden Regionen rund um Wien, die fahrtechnisch in 1-2 Stunden zu erreichen sind und im besten Fall einen Badesee zum Abkühlen liefern können.

Urlaubsangebote für das Wochenende oder einzelne freie Tage am Land finden die Wiener hauptsächlich im niederösterreichischen Umfeld. Semmering, Rax, Ötscher, das Kamptal und sogar der weiter weg gelegene Lunzer See erleben eine neue Blütezeit als Orte zum (lebens)wichtigen Regenerieren und Erholen.

Die Wetterkapriolen der letzten Jahre sind das Ergebnis unseres unverantwortlichen Handelns die Natur betreffend. Und auch die jüngste Krise der Welt ist wohl durch den sorglosen Umgang und die Zerstörung der Lebensräume vieler Tierarten entstanden, wodurch diese Tiere unserem Umfeld immer näher rücken und unbekannte Erreger leichter auf den Menschen überspringen können. SARS-Co-2 hat weltweit gewütet und wütet immer noch. Die Pandemie ist nicht vorbei, auch wenn in Europa die Inzidenzen deutlich sinken.

Dieses Virus hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt und uns von jetzt auf gleich in unsere eigenen 4 Wände verbannt. Kein abendliches Bierchen mit Freunden, kein Familienfest und schon gar keine Reise. Was für uns selbstverständlich war, war plötzlich verboten. Die Frage: „Wo fliegen wir heuer hin?“ war ein ganzes Jahr obsolet und auch jetzt sind die Ein- und Ausreisebedingungen trotz allgemeiner Lockerungen, Impffortschritt und Grünem Pass von Land zu Land verschieden und verwirrend.

Was uns heuer bleibt ist Österreich. Urlaub im eigenen Garten oder Sommerfrische an einem der vielen Seen in unserem wunderschönen Land. Raus aus der Stadt der Hitze wegen und um sich in geringer besiedelten, ländlichen Gegenden weniger Corona-Ansteckungsrisiko auszusetzen. Und um zu genießen, dass wir uns wieder frei bewegen können und die Spitze der Pandemie wohl überstanden ist.

Abkühlen
Bei tropischen Temperaturen in der Stadt:
auf in die Berge und/oder ins kühle Nass…

Und falls Sie dem städtischen Backofen nicht entkommen können – mit EIN PAAR TIPPS UND TRICKS bleibt Ihre Betriebstemperatur trotzdem unter dem Siedepunkt:

  • Vermeiden Sie im Falle einer Hitzewelle
    direkte Sonneneinstrahlung während der Vormittags- und Nachmittagsstunden. Ein Sprung ins kühle Nass in der Abendsonne ist jedoch sehr zu empfehlen, um vom Hitzestress „runterzukommen“.
  • Eine erträgliche Raumtemperatur erreicht man durch richtiges Lüften (früh und abends/nachts) und Abdunkeln.
  • Denken Sie regelmäßig ans Trinken!
    Der Bedarf an Flüssigkeit und Mineralstoffen ist an Hitzetagen sehr hoch und nur wer diesen Bedarf deckt, ermöglicht seinem Körper, gut zu funktionieren. Es sollten mindestens zwei bis drei Liter pro Tag zugeführt werden (bei Nieren- und Herzschwäche die Menge mit dem Arzt absprechen!) und damit kein Defizit entsteht, muss schon getrunken werden bevor man Durst verspürt!

TIPP: Getränke sichtbar bereitstellen. Optimale Sommerdrinks sind zuckerfrei und nicht eisgekühlt. Am besten eignen sich Mineralwässer, nicht gesüßte Kräuter- und Früchtetees, Elektrolytgetränke und Ähnliches.

  • Bevorzugen Sie kalorienarme, leichte Kost mit hohem Wassergehalt wie Gemüse, Früchte und Milchprodukte, das belastet den Körper nicht und versorgt Sie mit Vitaminen und Mineralstoffen zur Stärkung Ihres Immunsystems.
  • Kühlen Sie Ihren Körper durch Duschen, Fußbäder oder (falls möglich) Schwimmen regelmäßig ab – aber vermeiden Sie zu kalt gestellte und zugige Klimaanlagen! Der plötzliche extreme Temperaturwechsel belastet das Immunsystem und führt nicht selten zu Erkältungen. Verschwitzte Kleidung oder nasse Badeanzüge sollten sofort gewechselt werden, um eine Verkühlung oder Blasenentzündung zu vermeiden.

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